30 Mai

Schönes Ding

Es ist so, dass wir leider nicht mehr viele Aufträge haben, die an unsere ursprüngliche Funktion als Verkehrssoldat erinnert. Bei gewissen Aspekten wie dem Skizzieren oder der Verkehrsregelung bin ich definitiv nicht traurig. Bei anderem wie dem Motorradfahren beispielsweise dafür umso mehr.
 
Da freut man sich immer ausserordentlich, wenn es wieder einmal einen Auftrag gibt, wo wir uns auf die Motorräder schwingen dürfen- wie es letzte Woche der Fall war.
 
Der erhaltene Auftrag ging über drei Tage (für mich nur zwei), wo wir jeden Tag Motorräder von Bellinzona nach Othmarsingen verschieben mussten. Das Schöne daran war, dass wir dafür den ganze Tag Zeit hatten und die Strecke mehr oder weniger selber planen konnten.
 
Da der Gotthardpass gerade einen Tag vorher eröffnet wurde und das Wetter wirklich grossartig war für eine Töfftour (obwohl, etwas warm war es in den Motorradkleidern), fuhren wir natürlich über den Pass und durch das schöne Urnerland – eine richtige Freude zur Abwechslung.
 
Die Motorräder waren nicht wirklich die „Crème de la Crème“, da diese seit 15 Jahren wohl immer in den Rekrutenschulen gefahren wurden und dementsprechend war ihr Zustand. Mit entsprechender Vorsicht kamen wir aber alle heil an – zumindest die Personen. Jemand „verlor“ einen Rückspiegel in der ersten steilen Kurve im Tessin, ein anderer verlor auf der Autobahn (!) fast das Hinterrad, da es unterwegs Luft verlor…
 
Glücklicherweise war es eine kurze Woche (Auffahrt), und am letzten Tag gingen einige von uns nach Moudon, wo wir verletzte Figuranten für die Ärzte-Offiziersschule spielten (immer schön, wenn einem nach dem Ausgang gesagt wird, dass man um 05:00 Uhr am nächsten Tag losfahren muss – und kein anderer in der Gruppe den Mercedes-Bus fahren darf). Dies war eine lustige Sache, da wir davor entsprechend „schön“ gemacht wurden – was wirklich sehr realistisch aussah.
 
Der Rest der Aufgabe war eifach und gemütlich, ins Gras liegen, Verletzter spielen und sich retten lassen. Oder in Kurzform: Nichtstun…
 
…Wo wir mitlerweile echte Profis geworden sind.

Steff sagt:

Hallo Dave
Ich finde deine Berichte super und sehr hilfreich, da ich im März in den Durchdiener-Militärdienst zum Verkehrssoldaten im Ceneri eingerückt bin. Nächste Woche werden wir ebenfalls die restlichen alten Motorräder ins Wallis verschieben. Anschliessend komme ich auch in die VBA nach Drognens und dann in die VBA 2 nach Kirchberg BE. Wie sieht es in Kirchberg bezüglich Anzahl Ausgangsabende aus und von wann bis wann gehen diese? Gibt es viele Freitagsabtreten? Und wann ist normalerweise Programmschluss an den restlichen Tagen? Danle für deine Antwort und weiterhin gute Zeit im Dienst. „Meld mi ab“ 🙂
Gruss Steff

dave sagt:

Ciao Steff

Danke für dein Feedback :). Hattet ihr eine gute Zeit auf dem Ceneri?

Ich kann diesbezüglich einfach für unsere Kompanie Antwort geben, bei einem anderen Kommandanten kann und wird dies anders sein.

Ausgang haben wir immer Dienstag (FAK-Essen, 18:45 – 23:00) und Donnerstag (19:15 – 22:30). Montag- und Mittwochabend ist Sport angesagt, wo man mehrere Angebote hat und nur am Montag mitmachen muss, der Mittwoch ist freiwillig.

Freitagsabtreten ist bei uns leider Mangelware, bis jetzt zwei oder drei mal seit dem Beginn. Dies liegt vor allem an unserem Kommandanten. Zwei Freunde von mir waren früher in Kirchberg stationiert, diese hatten deutlich mehr Freitagsabtreten, zwei- bis dreimal im Monat.
Bei uns gilt aber: Grundsätzlich kein Freitagsabtreten, nur bei sehr guten Leistungen.

Programmschluss ist immer relativ. Man hat seinen Auftrag, und wenn dieser erledigt ist, ist Schluss. Das kann bereits am Morgen um 11:00 sein, aber auch erst am Abend um 18:00. Manchmal gibt es auch Tage, wo man „zur Verfügung Feldi“ ist. Das bedeutet: Am Morgen Unterkunft putzen, den restlichen Tag frei. In der freien Zeit kann man Sport machen.
Meistens hat man mindestens einen halben Tag frei in der Woche, bei Wochen mit wenig Aufträgen können es aber auch zwei oder drei ganze Tage sein. Ist sehr unterschiedlich…
Mitlerweile sind wir aber froh um die Aufträge, da es sonst einfach zu langweilig ist (zumindest für mich persönlich)

Wochenendeinsätze kann es ab und zu geben, diese werden aber entsprechend kompensiert (ausser die Wochenendwache). Beispielsweise werde ich die nächsten zwei Wochenenden an der Tour de Suisse sein, habe aber anschliessend vier freie Tage zur Verfügung.

Gruss und viel Durchhaltevermögen,
Dave

Steff sagt:

Salü Dave
Danke für deine schnelle und ausführliche Antwort. Ja die Zeit war wie unser Gruppenführer, welcher dein Kamerad war, sagt: eine Schoggi-RS 😀 „Progress“ halt… vorallem mit dem Wetter haben wir es etwas besser und vorallem wärmer getroffen als ihr dazumal.
Einrücken ist jeweils auch Sonntagabends? Also was für Zeiten sind jeweils am Wochenende üblich?
Wünsche dir auch noch viel Durchhaltevermögen für die restliche Zeit.
Gruss Steff

dave sagt:

Ciao Steff,
Habe von meinen ehemaligen Kameraden auch gehört, dass viel geändert wurde und nicht mehr so viel erlaubt ist – schön für euch ;).
Das Einrücken ist bei uns Sonntagabend 23:00 Uhr. Samstag abtreten normalerweise 07:00 Uhr (ausser es fehlt einen Schlüssel oder eine Tankkarte – auch schon passiert). Wenn wir am Freitag nach Hause gehen ist es meistens noch vor dem Abendessen – um 17:00 Uhr herum.
Gruss, Dave

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