05 Feb

Rs Woche 12: Gib alles

Montag: Was ist das
Kaum zurück von der Wochenendwache, begann (leider) bereits die nächste Woche – unsere zweitletzte Woche auf dem Ceneri. Die Wache ist sehr ruhig verlaufen, viel geschlafen, wenig gearbeitet, lange geduscht, viel Zeit für diverses. Trotzdem bin ich froh, verbringt man das Wochenende nur selten auf der Wache.
 
Nach dem obligaten Singen der Schweizerhymne am Montagmorgen (kling immer grossartig), verschoben wir in die Turnhalle und übten die Disziplinen für den Sporttest vom Donnerstag, da wir in dieser Woche um die verschiedenen Abzeichen “kämpfen” werden.
 
Ich wusste gar nicht mehr, dass Sitzball so viel Spass machen kann…
 
Die Übung “Drillo” wurde vom Morgen auf den etwas wärmeren Nachmittag verlegt, es ging um eine Repetition der allgemeinen Grundausbildung in Form einer Drillpiste, welche wir genau ein Mal (um einiges vereinfacht) absolvierten. Da wir immer noch viel Zeit hatten, gab es ein Simulationsgefecht, inklusive Tarnfarbe im ganzen Gesicht.
 
Nach dem Essen gab es eine Materialkontrolle, glücklicherweise im Zimmer. Nächste Woche werden wir das ganze Kompaniematerial abgeben, da darf natürlich nichts fehlen (wer in der letzten Woche noch etwas verliert hat Pech). Etwas mühsam war, dass wir einige Gegenstände auf der Liste gar nicht kannten resp. nie erhalten haben…
 
Dienstag: Camouflage
In dieser Woche fanden die letzten Fehrzeugausbildungen statt. Der grandiose (für einmal ernst gemeint) Auftakt machte das Tarnen. Nach einer Trockenübung auf dem Waffenplatz verschoben wir in den grossen Wald in der Nähe des Waffenplatzes und hatten ca. eine Stunde Zeit, unsere Puchs irgendwo zu verstecken und zu tarnen, bevor die Gruppenführer kamen, um uns zu suchen.
 
Auch wenn unser Weg zum Wunschplatz abseits der Strasse nicht ganz ohne Risiken war (zum Glück hat der Übungsleiter unseren Weg nicht gesehen, dieser wäre wohl “etwas wütend” geworden), kamen wir ohne Schaden an und überdeckten unseren Puch mit einem Tarnnetz und diversen Waldmaterialien.
 
Am Nachmittag gab es eine überaus lehrreiche LMS Lektion zum Thema “Ladungssicherung”, mit anschliessender praktischer Ausbildung.
 
Dies war nicht sehr spannend, immerhin ging die Zeit relativ schnell vorbei.
 
Ein Jass und ein paar Bier versüssten uns den Abend im kleinen Ausgang, bevor wir müde, aber glücklich ins Bett gingen.
 
Mittwoch: Bitte vorsichtig
Mit unserem “Lieblingsfahrlehrer” konnten wir einige Puchs fassen und auf die Geländepiste verschieben – auch dies muss natürlich im Krieg geübt sein.
 
Wir schauten verschiedene Strecken an und fuhren diese ab, was sehr spassig war, obwohl wir nur immer nur sehr langsam fahren durften und immer eine Person als “Kontrolleur” vor dem Auto laufen musste.
 
Ein Fahrzeug hielt die Strapazen nicht aus, und es endete mit einem Loch im Kühler, nicht gerade zur Freude des Kaders. Der Geländeallrad verlangt viel von den Motoren ab, entsprechend heiss werden diese in Folge. Nun ja, man kann nicht immer gewinnen (lustig wars).
 
Nach dem wie immer sehr guten Mittagessen gingen wir zum zweiten Mal in den 300m-Schiessstand, um um das Abzeichen zu schiessen. Ich verpasste es deutlich, ganze zehn Punkte fehlten mir zu den benötigten 72 (meine Augen waren etwas überfordert mit der zweiten Scheibe, die nicht nur schwarz und weiss ist). Da ich aber fest damit gerechnet habe, konnte ich am Abend nach zwei Theorien trotzdem ohne Probleme einschlafen (welch Wunder).
 
Donnerstag: Mein erstes Mal
Erst um 09:30 Uhr mussten wir in der Turnhalle sein, bis dahin war “liegend lang” angesagt, obwohl wir zur Abwechslung einen Kameraden mit der Sanbarre auf die Krankenstation brachten, da er fast nicht mehr laufen konnte.
 
Ich habe beim Sporttest nicht einmal so schlecht abgeschnitten, war bei den meisten Disziplinen bei einem “sehr gut”, nur der 12-Minuten Lauf war eine Katastophe, da ich etwa so viel Ausdauer besitze wie ein 80-jähriger Mann (der tot sein könnte). Die anderen Disziplinen waren eher auf Kraft ausgerichtet (Standweitsprung, Klettern, Pendellauf, Medizinballstoss), da war das Ergebnis deutlich besser.
 
Nach dem etwas mühsamen WPD am Nachmittag (als wir alle Puchs einparkiert hatten, durften wir die Parkordnung noch einmal von neuem erstellen) hatten wir die Möglichkeit, Blut zu spenden. Ausser einer etwas ausgeprägteren Müdigkeit am Abend habe ich nichts davon gemerkt (lag vielleicht auch an den nicht sehr interessanten Theorien am Abend).
 
Anderen erging es anders, ein Kamerad war nach dem Blutspenden ungefähr so blass wie eine ausgequetschte Sirup-Flasche.
 
Freitag: Zwei lange Wochen
Sind nun endlich zu Ende.
 
Bereits um 07:00 Uhr war es so weit, im strömenden Regen (über unserem Dach, das Hauptverlesen wurde spontan verschoben) wurden wir in das lange Wochenende entlassen.
 
Dieses Glück hatten wir, da die Kader in Drognens ihre Beförderung hatten.

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