22 Mrz

VBA Woche 5: Schluss. Ende. Aus.

… Zumindest für eine Woche. Die RS haben wir erfolgreich hinter uns gebracht, ca. die Hälfte des ganzen Militärdienstes ist vorüber.
 
Ein gutes Gefühl!
 
Wäre da nicht die Gewissheit, dass wir schon nach einer Woche Ferien wieder in Kirchberg antraben müssen.
 
Montag: Bereit
Leider hatte der Brigadier das Gefühl, dass er uns in der letzten Woche inspizieren muss. Somit verbrachten wir den Montag damit, den Ablauf vom Inspektionstag zu üben. Ich war als Motorradfahrer eingeteilt, wurde aber kurz vor Beginn in das Wacht-Detachement umgeteilt. Ich zog mein Motorradtenu aus (damit andere es wieder anziehen konnte, weil wir in der Folge zu wenig Motorradfahrer hatten. Und nein, es war nicht möglich, dass Leute ohne das Motorradtenu Detachement wechselten…) und ging zu der Gruppe.
Der Tag war sehr anstrengend, da wir das ganze Dispositiv aufbauen mussten. Ein Dispositiv ist ein abgeschirmtes und bewachtes Gebiet, indem alles so funktionieren kann wie in einer Kaserne, wenn auch mit einigen Einschränkungen.
 
Soll heissen: Teergitter aufstellen, Stacheldraht und Tarnnetze hinhängen, Büro und Transportzentrale einrichten und Beobachtungsposten aufstellen. Natürlich in voller Montur, inklusive 10 kg-Splitterschutzweste. Wie schön!
 
Als der Konvoi auf Platz kam, mussten wir die Wachtposten und die Patroullien betreiben, was unser Mittagessen einige Zeit nach hinten verschob.
 
Als wir das Ganze wieder abgebaut hatten, konnten wir zurückverschieben und bereiteten am Abend die Kaserne und unser Material für die Inspektion vor.
 
Dienstag: Dann halt nicht
Grosser Tag der Inspektion.
 
Wenn wir eine gute Leistung zeigen, können wir am Freitag nach Hause. Wenn wir eine schlechte Leistung zeigen, können wir auch am Freitag nach Hause.
 
Entsprechend hoch war die Motivation, uns allen war ziemlich gleichgültig wie der heutige Tag verlaufen würde.
 
Der Brigadier hatte ein ganzes Team dabei (sechs Leute), so wichtig war ihm diese Sache. Es begann wie immer mit der formellen Inspektion, Zugschule, Kontrolle des ABC-Materials und Kontrolle des Sackbefehls. Wir wurden nur für diesen Tag in neue Züge eingeteilt, was bei der Zugschule ein “kleineres Problem” darstellte (sogar die Rekruten hätten eine bessere Zugschule gezeigt). Unser Zugführer gab die Befehle auf Französisch und ein neuer Befehl, den wir noch nie gehört oder geübt hatten, kam dazu (dies war aber wohl die Anweisung des Brigadiers).
 
Gute Nacht…
 
Da ich immer noch im Wacht-Detachement eingeteilt war, machten wir uns auf den Weg nach Moudon, wo wir wie am Vortag ein Dispositiv aufbauten und betrieben. Die Anderen mussten eine Strecke erkunden um den Brigadier später zu uns zu lotsen – mit einigen Hindernissen (z.B. eine Panne am Auto).
 
Bei uns angekommen, inspizierten sie das Aufgebaute und gingen mit dem Befehl wieder los, dass wir in 30 Minuten alles abgebaut haben müssen.
 
Da es schon halb vier war und wir noch nichts gegessen hatten, waren wir nicht wirklich glücklich darüber, aber trotzdem waren wir in 30 Minuten abfahrbereit – eine gute Leistung!
 
Die Bewertung der vollständigen Inspektion war nicht wirklich gut, trotzdem erhielten wir am Schluss eine 3, “Gut”. Das Dispositiv wurde nicht einmal erwähnt, anscheinend hat sie das nicht interessiert. Dies war etwas schade, da dies meiner Meinung nach sehr gut und speditiv aufgebaut wurde.
 
Mittwoch: Wie kann das sein
Am AV am Morgen kam der Major. Er erzählte uns, dass er am Vortag enttäuscht ins Bett ging.
Er war enttäuscht, aber nicht von uns. Er war enttäuscht von den Inspizienten, die leider nur das Schlechte sahen, unseren Einsatz dagegen überhaupt nicht würdigten. Dies hat ihm anscheinend der Schulkommandant am Vorabend telefonisch mitgeteilt.
 
Froh darüber, wohl doch keine grosse Enttäuschung zu sein, machten wir uns an den ersten Tag der WEMA.
Am Morgen gab es Theorie, Materialabgabe und ein Abschlussschiessen im 300m Stand. Anschliessend reinigten wir das Gewehr und die Schutzmaske und bereiteten die Materialabgabe vor (nur das Wacht-Detachement der letzten zwei Tage, die anderen machten die Fahrzeugabgabe).
 
Auf mysteriöse Art und Weise fehlte eine ABC-Schutzhose, aber dass jemand diese nicht abgegeben hat kann ich mir nicht vorstellen (was will man mit einer ABC-Schutzhose zu Hause?).
 
Das Ganze zog sich etwas in die Länge, um 24:00 konnten wir aber schlussendlich ins Zimmer gehen und schlafen.
 
Donnerstag: Noch einmal zählen
Wir fuhren nach Grolley, wo wir das meiste Kompaniematerial abgeben konnten. Das Interessanteste dabei waren die neuen Rekruten, die gerade am Material fassen waren. Arme Frauen und Männer…
 
Der Tag bestand fast nur aus warten, Material zählen und Unterschriften nachrennen, die wir als Bestätigung der Abgabe benötigten.
 
Glücklicherweise fehlte nichts, somit war die reibungslose Abgabe ein Erfolg.
 
Bei denjenigen, die am Fahrzeuge abgeben waren, war es leider nicht ganz so. Es fehlte eine Antenne eines Funk-Puchs (500 Fr.), diese musste natürlich gefunden werden. Dafür durften sie alle Fahrzeuge komplett ausräumen und einige Male kontrollieren, bis auch die höheren Kader eingesehen haben, dass die Antenne wohl nicht wieder auftaucht (wie man auch immer eine 2,5 m Antenne verlieren kann).
 
Nach unserem letzten Abendessen gaben wir das restliche Kompaniematerial ab und konnten unsere Abreisepackung erstellen. Das Gefühl war grossartig, nach diesen langen Wochen endlich weg von hier zu kommen.
 
Freitag: Sie sind entlassen
11:00 Uhr war das Ziel.
 
13:15 Uhr war die Realität.
 
Der Grund dafür war, dass sie in Grolley etwas Probleme hatten mit der Materialabgabe und der Fourier nicht fertig war (wie auch schon auf dem Ceneri, ist wohl ein globales Problem bei Entlassungen).
Somit warteten wir einige Stunden und gammelten herum, liessen unsere RS-Zeit noch einmal etwas Revue passieren.
 
Um wohl bei den neuen Rekruten keinen zu schlechten Eindruck zu machen, gingen wir in den Theoriesaal und schauten eine Serie auf Netflix. Da sah man uns immerhin nicht.
 
Dann kamen die Worte, auf die wir seit 18 Wochen gewartet hatten.
 
“Ich entlasse sie aus der RS”.
 
Jubel, Trubel, Heiterkeit folgte (und Alkohol, ich gestehe).

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